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MB-Reha - Das Info-Portal der Bundesarbeitsgemeinschaft medizinisch-beruflicher Rehabilitationszentren

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Epilepsie-Zentrum Bethel - Krankenhaus Mara gGmbH

Epilepsie-Zentrum Bethel - Krankenhaus Mara gGmbH

Epilepsie-Zentrum Bethel - Krankenhaus Mara gGmbH

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Bild oben: Das Epilepsiezentrum Behtel – Krankenhaus Mara gGmbH ist eine Rehabilitationsklinik für medizinische und medizinisch-berufliche Rehabilitation anfallskranker Menschen


Aufnahmekriterien:

  • weitgehende Selbständigkeit bei den Aktivitäten des täglichen Lebens
  • ausreichende psychophysische Belastbarkeit für die jeweils vorgesehene Maßnahme
  • Aufnahme von RollstuhlpatientInnen ist möglich

Indikationen für medizinische Rehabilitationsmaßnahmen

  • unzureichende psycho-physische Belastbarkeit
  • Schwierigkeiten mit einer Epilepsie-angepassten Lebensführung i. S. eines unzureichenden Krankheits-Selbstmanagements
  • Probleme bei der Krankheitsbewältigung oder krankheitswertige psychiatrische Störungen
  • mangelnder Informationsstand über Epilepsie
  • Epilepsie-bezogene Probleme der beruflichen Belastbarkeit und Leistungsfähigkeit
  • Behandlungsbedürftige Epilepsie-assoziierte neuropsychologische und motorische Defizite
  • Erstellen eines sozial- und arbeitsmedizinischen Profils, z. B. bei Fragen des beruflichen Gefährdungspotentials bei neu aufgetretener Epilepsie, bei Fragen nach der Eignung für angestrebte Umschulungsberufe, bei Anträgen auf Berufs- und Erwerbsminderungsrenten

Indikationen für Leistungen zur Teilhabe am Arbeitsleben im Anschluss an die medizinischen Rehabilitations-Maßnahme:

  • psychische Störungen in Verbindung mit unzureichender beruflicher Belastbarkeit
  • ineffiziente Arbeitsstile bei guten kognitiven und beruflichen Fähigkeiten
  • neuropsychologische Teilleistungsstörungen bei erhaltenen beruflichen Fähigkeiten

Ausschlusskriterien/-indikationen:

  • zusätzliche Beeinträchtigungen und Behinderungen, die die Teilnahme an Schulungen sowie psychotherapeutischen und neuropsychologischen Behandlungsangeboten nicht möglich machen, insbesondere schwere Intelligenzminderung
  • akuter Alkohol- oder Drogenmissbrauch
  • Verhaltensauffälligkeiten, die den Rahmen der therapeutischen Gruppen- und Einzelangebote sprengen
  • Alter unter 15 Jahren
  • Bei PatientInnen mit sehr instabiler Anfallsoder Behandlungssituation wird nach Rücksprache mit dem Leitenden Arzt entschieden, ob ggf. zunächst eine ambulante oder akutstationäre Überprüfung bzw. Verbesserung des Behandlungsstandes notwendig ist

Ansprechpartner

Ltd. Arzt:
Dr. med. U. Specht;
Tel.: 0521 – 772-78950

Aufnahme-Sekretariat:
Frau Wöhle, Frau Schröder
Tel.: 0521 – 772-78846, 78951

Leiterin Sozialtherapeutische Dienste:
Frau I. Coban, M.A.

Tel.: 0521 – 772-78845

Personenkreis

Das Angebot der Abteilung ist speziell zugeschnitten auf die Probleme und Bedürfnisse von Menschen mit Epilepsie.
Aufgenommen werden Erwachsene und Jugendliche ab 15 Jahren

  • mit chronischen und neu diagnostizierten Epilepsien
  • mit – ausschließlich oder neben epileptischen Anfällen auftretenden – dissoziativen Anfällen
  • nach erstmalig aufgetretenem – provozierten oder unprovozierten – epileptischen Anfall,
  • mit Epilepsie und zusätzlichen psychischen, neuropsychologischen oder körperlichen Einschränkungen
  • nach epilepsiechirurgischem Eingriff (AHB-Verfahren)

Berufsfördernde Maßnahmen

Belastungserprobungen und medizinisch-berufliche Leistungen werden in Einrichtungen innerhalb der von Bodelschwinghschen
Stiftungen sowie in kooperierenden externen Einrichtungen und Firmen erbracht.

  • verlängerte medizinische Belastungserprobung (6 – 9 Wochen)
  • Arbeits-Belastungstraining (3 – 4 Monate)
  • Eignungsabklärung und Arbeitserprobung (3 – 6 Wochen)
  • Kurzerprobungen (bis maximal 1 Woche)
  • Berufliche Anpassung (3 – 6 Monate)
  • Eingangsverfahren Werkstatt für behinderte Menschen (WfbM) (4 – 12 Wochen)

Rehabilitationskonzept

Epilepsien sind sehr heterogene Erkrankungen in Bezug auf Art, Schwere, Wiederholungsmuster und Häufigkeit auftretender Anfälle. Häufig sind soziale und/oder psychische und Probleme im Umfeld der Erkrankung schwerwiegender als die Anfälle selbst und bestehen auch dann weiter, wenn Anfallsfreiheit oder ein stabiler Behandlungstand mit nur seltenen Anfällen erreicht ist.

Um auf diese Probleme adäquat einzugehen sind auf die Bedürfnisse von Menschen mit einer Anfallserkrankung zugeschnittene medizinische und medizinisch-berufliche und berufliche Rehabilitationsmaßnahmen erforderlich. Ziel ist es, eine individuelle Balance zwischen adäquaten Maßnahmen zur Minimierung anfallsbedingter Gefährdung bei weitest möglicher Unabhängigkeit und Teilhabe zu erarbeiten. Schwerpunkte sind die Verbesserung der Krankheitsbewältigung und Auseinandersetzung mit der Anfallserkrankung in Bezug auf die beruflichen, sozialen und persönlichen Perspektiven, die Förderung von Kompetenzen und Eigenverantwortlichkeit im Umgang mit der Erkrankung, die Förderung bzw. Sicherung der Teilhabe der RehabilitandInnen am Leben in der Gesellschaft mit einem Schwerpunkt auf der Ausbildungs- und Erwerbsfähigkeit sowie der Abbau von nicht gerechtfertigten Restriktionen sowie – wenn notwendig – eine Verbesserung der Behandlungssituation in Bezug auf Anfallskontrolle und Verträglichkeit der Medikation.

Grundlage des diagnostischen und therapeutischen Handelns bildet die Sichtweise von Erkrankungen und Beeinträchtigungen als bio-psycho-soziales Geschehen, entsprechend der Internationalen Klassifikation der Funktionsfähigkeit, Behinderung und Gesundheit (ICF).

Es wird ein auf die speziellen Bedürfnisse zugeschnittenes Rehabilitationsprogramm entwickelt, wobei sich die individuellen Rehabilitationsziele aus der jeweiligen gesundheitlichen, beruflichen und sozialen Lebenssituation der RehabilitandInnen ergeben und zwischen RehabilitandIn und Rehabilitationsteam gemeinsam erarbeitet, vereinbart und umgesetzt werden.

Für die Versorgung, Behandlung und Beratung der Betroffenen stehen folgende Berufsgruppen zur Verfügung: Ärztlicher Dienst, Pflege, Psychologische Psychotherapie, Neuropsychologie, Ergo- und Arbeitstherapie, Klinische Sozialarbeit, Sporttherapie, Seelsorge, Krankengymnastik/Physikalische Therapie, Logopädie (konsiliarisch). Ggf. notwendige zusätzliche ärztliche und nicht-ärztliche Leistungen werden in anderen Abteilungen bzw. Einrichtungen der von Bodelschwinghschen Stiftungen Bethel erbracht.

Medizinische Leistungen

Diagnostisch: Standard-EEG, Video-Doppelbild-EEG (inkl. Ganznacht-Ableitungen) +/- Polygraphie, Mobiles 24-Std.-EEG, Video-Dokumentation von Anfällen, Magnetresonanztomographie (MRT) inkl. funktionellem MRT, Antiepileptika-Serumspiegel-Bestimmung im Pharmakologischen Labor der Gesellschaft für Epilepsieforschung Bethel, Posturographie, Röntgen, klinisch-chemisches Labor, Internistische Diagnostik mit u. a. Langzeit-RR/-EKG, Ergometrie, Endoskopie, Sonographie, Dopplersonographie, Psychodiagnostik, (neuropsychologische u. emotionale Störungen), Berufsdiagnostik, pflegerisches und soziales Assessment.

Therapeutisch: fachärztliche Behandlung, Behandlung typischer Epilepsie-assoziierter neuropsychologischer Defizite, Einzel- und Gruppenpsychotherapie, rehabilitative Pflege, Training des Krankheits-Selbstmanagements, Schulungsprogramm Epilepsie MOSES®, Krankengymnastik und Physikalische Therapie, Logopädie, ergotherapeutische Behandlung, Medizinische Belastungserprobung, Sport- und Bewegungstherapie, sozial- und arbeitsmedizinische Beratung und Beurteilung, soziale Beratung, Angehörigenberatung, Seelsorge auf Wunsch der RehabilitandInnen.

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